Was ist Embodiment?
- Julia Anders
- 2. Juli
- 2 Min. Lesezeit
„Die Emotionen treten auf der Bühne des Körpers auf, die Gefühle auf der Bühne des Geistes.“ (Antonio Damasio)
Embodiment, auch Verkörperung genannt, ist ein ganzheitliches wissenschaftliches und psychologisches Konzept, bei dem Körper und Geist eng miteinander in Verbindung gesehen werden.
Es beruht auf dem Ansatz, dass psychische Zustände über den Körper ausgedrückt werden und Körperhaltungen drücken wiederum psychische Zustände aus. Zu lernen, welche Wechselwirkung zwischen körperlichen und gedanklichen Gewohnheiten besteht, hilft dabei, neue Denk- und Handlungsmuster zu erarbeiten.

Ein bekanntes Beispiel ist, die Mundwinkel nach oben zu ziehen, sich zum Lächeln zu zwingen und dieses Lächeln etwa eine Minute lang beizubehalten. Das Gehirn registriert die Signale der Gesichtsmuskeln und schüttet Serotonin aus, das „Glückshormon“. Wir fühlen uns sofort besser, obwohl wir unseren Körper durch eine einfache Bewegung lediglich dazu gebracht haben, sich glücklich zu fühlen. Unsere Mimik, Gestik und Körperhaltung dienen vor allem der Kommunikation mit anderen und wir zeigen dadurch, wie es uns geht. Auch unsere Bedürfnisse und Grenzen spüren wir klar auf körperlicher Ebene, wie beispielsweise bei Nähe und Distanz zu anderen Menschen.
Der Vagusnerv und unser inneres Stress-System
Bei Bewegung setzen wir Energie frei, die vornehmlich zum Stressabbau dient. Beispielsweise Schütteln, Lächeln, Summen oder tiefe Atemzüge aktivieren den Vagusnerv. Dieser steuert unbewusste Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Verdauung und hilft dem Körper nach Stressphasen dabei, wieder in einen Ruhezustand zu kommen.
Stress oder innere Unruhe können sich auf körperlicher Ebene, beispielsweise durch Magen-Darm-Probleme, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich oder übermäßiges Schwitzen bemerkbar machen. Aber auch Rückenschmerzen, Migräneattacken, PMS oder sonstige körperliche Einschränkungen können als belastend für die Psyche wahrgenommen werden.
Über das eigene Körperbewusstsein kommen wir schnell in Kontakt mit uns selbst und können dadurch eine Einheit von Körper, Geist und Seele herstellen. Diese Einheit von Körper, Geist und Seele ist das Ziel im Yoga (aus dem Sanskrit yuj, zu Deutsch ‘Einheit’), um zur Erleuchtung zu gelangen. Positive Sprache und positives Denken, beispielsweise in Form von Affirmationen und Meditationen, bewusste Atemtechniken, Dehn- und Kräftigungsübungen sind Beispiele aus dem Yoga und stellen wirksame Methoden für die Beruhigung des Vagusnervs und damit des vegetativen Nervensystems dar.
Was bedeutet das fürs Coaching?
Im Coachingprozess könnten Methoden aus dem Yoga, der Körperarbeit und der Achtsamkeit hilfreich sein, besonders für "Kopf-Menschen". Manchmal reicht es nicht, nur über Prozesse und Zustände nachzudenken, sondern eine nachhaltige Veränderung stellt sich erst ein, wenn wir ins Erleben kommen. Und wie könnte das besser gehen als über die Wahrnehmung, dem Einsatz unserer Sinne und Bewegungen, die ankern und uns stärken?
Embodiment könnte dir helfen, wenn du:
selbstsicherer auftreten willst,
klarer deine Grenzen und Bedürfnisse kommunizieren lernen willst,
deine Stärken und Kompetenzen gezielter einsetzen möchtest,
Gespräche, Meetings und Präsentationen mit Leichtigkeit und Authentizität meistern willst.
Wenn du dir eine Sparringpartnerin wünschst, die dich bei deinen Zielen begleitet, schreib mir sehr gern eine Nachricht oder buche dir hier ein unverbindliches Kennlerngespräch. Bei einer virtuellen Tasse Kaffee schauen wir konkret, wo deine aktuelle Herausforderung liegt und wie und ob ich dich dabei unterstützen kann.
Es ist so schön, dass du da bist!
Deine Julia

weiterführende Literatur
Dr. Lauterbach, Matthias: Einführung in das systemische Gesundheitscoaching. 3. Auflage, 2017.
Oberberg Kliniken: Embodiment – Körper und Psyche im Zusammenspiel. Online verfügbar unter: https://oberbergkliniken.de/therapien/embodiment?utm_source=chatgpt.com, zuletzt abgerufen am 02.07.2026.
Peter, Kerstin. Coachingraum Natur. Draußen Entspannung, Kraft und Lebendigkeit finden. (1. Auflage, 2019)

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